Stadt Karlstadt setzt INklusion „auf die Schiene“

Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung – darum bemühen sich die Mainfränkischen Werkstätten. Die Stadt Karlstadt ist jetzt auch mit im Boot. Ihr neuer Mitarbeiter durfte als Zeichen der Anerkennung ein Stück Straßenbahn-Gleis überreichen.

Angefangen hat für Christian Gartelmann aus Gemünden alles mit einem dreimonatigen Praktikum. Inzwischen ist der 38-Jährige Angestellter im Karlstadter Rathaus, wo er mit Unterstützung seines Mentors Bernd Deißenberger diverse Aufgaben übernimmt. Dazu gehört zum Beispiel der Postservice. Nach seinen eigenen Worten füttert Gartelmann aber am liebsten den Aktenvernichter.

Kooperation mit den Mainfränkischen Werkstätten

Seine Stelle auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt verdankt Christian Gartelmann einer Kooperationsvereinbarung des Rathauses mit den Mainfränkischen Werkstätten. In deren Auftrag durfte der neue Mitarbeiter der Stadtverwaltung jetzt ein Stück Schienengleis der Würzburger Straßenbahn überreichen – als Zeichen der Anerkennung. Ziel sei es, möglichst viele dieser Gleise zu verlegen und die Inklusion überall „auf die Schiene zu setzen“, heißt es dazu von den Mainfränkischen Werkstätten. 425 Kilogramm Gleis sind bereits verlegt. In Karlstadt kamen jetzt noch einmal 3,9 Kilogramm dazu. Nachahmer bei den Betrieben in und um Karlstadt sind ausdrücklich erwünscht.

Bisher 110 Kooperationsverträge für Menschen mit Behinderung

In den Landkreisen Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart sind mittlerweile 110 Kooperationsverträge geschlossen worden. Damit haben 110 Menschen mit Behinderung einen wohnortnahen Arbeitsplatz gefunden. Ihre Arbeitgeber sind beispielsweise Bosch Rexroth, der Edeka-Markt Trabold, das Seniorenheim Gemünden, der Bauhof in Burgsinn, die Baywa in Karlstadt oder die Burg Rothenfels.

Die Mainfränkischen Werkstätten sind ein gemeinnütziges Unternehmen. Aufgabe ist die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt und allgemein in die Gesellschaft.

Ein Bericht von Sylvia Schubart-Arand, erschienen am 26.07.2021 bei br.de LINK