Ein Gleisstück fürs Marie-Juchacz-Haus

Katharina Markert ist 32 Jahre alt und sie interessiert sich sehr für die Zusammenarbeit mit Menschen. Seit 2018 ist sie bei den Mainfränkischen Werkstätten. Ihr Ziel war ein anspruchsvoller ausgelagerter Arbeitsplatz, wo sie mit Menschen arbeiten kann. Nach einem Langzeitpraktikum ist sie seit Februar 2020 im Würzburger Marie-Juchacz-Haus tätig und seit November 2020 Teil des Teams im 2. Wohnbereich „Falkenhaus“.

Im Marie-Juchacz-Haus unterstützt sie die Kolleg*innen im Bereich Hauswirtschaft (Spülmaschine ein- und ausräumen, Tische decken und abräumen, Botengänge). Dabei arbeitet sie eng mit den Bewohner*innen zusammen und leitet diese unter anderem beim täglichen Wäsche einsammeln und zusammenlegen sowie bei kleinen hauswirtschaftlichen Vorbereitungsarbeiten wie z. B. Gemüse schneiden für die Mahlzeiten an.

Katharina Markert (links im Bild) spielt mit Bewohnerin des Marie-Juchacz-Haus
eine Runde Mensch-ärgere-dich-nicht.

Angestellt ist sie aktuell bei „INklusiv! Gemeinsam arbeiten“. Das ist ein Bereich der Mainfränkischen Werkstätten. Durch die Kooperation mit der AWO ist Katharina Markerts größter Wunsch, mit Menschen zusammenzuarbeiten, in Erfüllung gegangen. So wird ihr auch weiterhin ermöglicht, die Bewohner*innen und das Team im Marie-Juchacz-Haus mit ihren Stärken zu unterstützen. Sie zeichnet sich besonders durch ihre freundliche und einfühlsame Art, Hilfsbereitschaft, gutes Zuhören, Motivation und hohe Lernbereitschaft sowie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit aus.

Ein Gleisstück als Symbol der Anerkennung

Als Symbol für dieses gelungene INklusiv-Projekt fand am Maifest der Würzburger Senioreneinrichtung eine sogenannte „Gleisübergabe“ statt. Hier durfte die angelernte Mitarbeiterin Katharina Markert im Auftrag der Mainfränkischen Werkstätten ein Stück Schienengleis der Würzburger Straßenbahn als Symbol überreichen. Als Zeichen der Anerkennung für das Engagement der Kooperationsbetriebe, die Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen, verleiht „INklusiv! Gemeinsam arbeiten“ nämlich ein Stück Gleis. Das Ziel von den Mainfränkischen Werkstätten ist es, viele Gleise zu vergeben, damit die Inklusion überall ermöglicht und sichtbar wird. Durch den Kooperationsvertrag mit der AWO kam nun ein weiteres Stück hinzu. Der Preis spiegelt wider, dass solches Engagement großen Dank verdient.

Das Projekt „INklusiv! Gemeinsam arbeiten“

„INklusiv! Gemeinsam arbeiten“ ist ein Bereich der Mainfränkischen Werkstätten und schafft seit 2015 individuelle, wohnortnahe Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Menschen mit Behinderung wollen dort arbeiten, wo alle anderen auch arbeiten. Um dies zu ermöglichen, wurde der Fachbereich „INklusiv“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel, erwachsene Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg in die Arbeitswelt zu begleiten und zu unterstützen. Ausgehend vom Wunsch und Wahlrecht des Beschäftigten und in enger Zusammenarbeit mit den Betrieben der Region werden dabei maßgeschneiderte Arbeitsplätze geschaffen. Im Fokus liegen die Stärken und Talente des Beschäftigten. Eine Integrationsbegleitung unterstützt bei der Einarbeitung und steht als dauerhafte*r Ansprechpartner*in für den Betrieb und den Beschäftigten zur Verfügung. Zuerst wird ein Praktikum im Kooperationsbetrieb absolviert und wenn dieses erfolgreich verläuft, folgt eine offizielle Kooperation für einen individuellen Arbeitsplatz. Dieser entspricht dem benötigten Rahmen des Beschäftigten. Arbeitgeber bleiben weiterhin die Mainfränkischen Werkstätten.

Die Mainfränkischen Werkstätten sind ein Unternehmensverbund, dessen Aufgabe die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt und allgemein in die Gesellschaft ist. In den Landkreisen Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart haben sie mittlerweile 110 Kooperationsverträge geschlossen, damit so Menschen mit Behinderung einen wohnortnahen Arbeitsplatz bekommen. 

Ein Bericht auf awo-unterfranken.de