Wie Inklusion in Mainfranken gelingen kann

WIM hat mit dem Team von Knauf PFT und Leonie Süßmeier, einer Mitarbeiterin der Mainfränkischen Werkstätten, die auf einem sog. Außenarbeitsplatz arbeitet, gesprochen:
1. Seit Jahren arbeiten wir in unterschiedlichen Formen zusammen. Welchen Mehrwert hat Knauf PFT davon?
Florian Haaf: „Die Zusammenarbeit mit Leonie hat unser Betriebsklima positiv beeinflusst. Sie bringt Freude in die Zusammenarbeit und zeigt, dass Diversität im Team eine Bereicherung ist. Besonders beeindruckend ist, wie sie als Frau in einem von Männern dominierten Umfeld ihren Platz gefunden hat und mit ihrer positiven Art das Miteinander stärkt. Bei den Weihnachtsfeiern und Sommerfest ist sie auch immer mit dabei.
2. Liebe Leonie, kannst du kurz beschreiben, was du arbeitest?
Leonie Süßmeier: „Ich arbeite in der G 4-Linie und übernehme dort verschiedene Aufgaben: das Schreddern von Papier, das Montieren von Feinputzgeräten und das Packen von Werkzeugbeuteln. Außerdem montiere ich RITMO-Werkzeugkästen und erledige Umräumarbeiten. Besonders an meiner Arbeit finde ich die täglichen Herausforderungen, die abwechslungsreichen Tätigkeiten und den tollen Zusammenhalt mit meinen Kollegen. Es macht einfach Spaß, in einem Team zu arbeiten, das immer gute Laune hat.“
3. Welche Rolle haben Unterstützer und INklusiv!-Begleitung im Alltag?
Leonie Süßmeier: „Meine Unterstützer bei Knauf PFT, Tobias Wandler und Florian Haaf, und die INklusiv!-Begleitung, Angelina Stevens, sind für mich sehr wichtig. Sie unterstützen mich bei der Arbeit. Sie sind immer da, wenn Schwierigkeiten und Fragen auftreten, und wir haben regelmäßige Treffen. Ich werde gut in neue Aufgaben von Ihnen eingearbeitet.
4. Welche Stärken zeichnen Leonie aus?
Christian Petter: „Leonie ist ausgesprochen freundlich und immer positiv eingestellt. Ich habe Leonie noch nie mit schlechter Laune erlebt. Sie arbeitet sehr schnell und hat ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein – da können sich viele Menschen eine Scheibe abschneiden. Sie hat keine Angst vor neuen Aufgaben und ist immer bereit, neue Arbeitsschritte zu lernen. Ihre Motivation ist beeindruckend – sie gibt jeden Tag ihr Bestes und sieht immer das Positive im Leben. Leonie ist ein Vorbild für Offenheit und Lernbereitschaft.“
5. Welche Hilfsmittel helfen, deine Arbeit gut zu meistern?
Leonie Süßmeier: „Ich finde es sehr hilfreich, dass die Arbeitsanweisungen gut im Computer abrufbar sind und zusätzlich als Ausdruck in einem Ordner bereitliegen. Auch die persönliche Unterweisung hilft mir sehr. Besonders praktisch ist mein Erlaubnisschein für die Bedienung der Ameise. Ich hatte eine Prüfung und jetzt endlich meinen Ameisen-Führerschein. Außerdem gibt es ein Infoboard, an dem täglich die wichtigsten Aufgaben aushängen, sowie ein Stimmungsbarometer. Die Morgenroutine mit den Kollegen hilft mir, gut in den Tag zu starten.
Christian Petter: Leonie fährt die Ameise mittlerweile sehr gewissenhaft und man merkt deutlich, dass Leonie hierbei großen Spaß hat. Das macht Leonie wirklich super.
6. Wie zeigt sich das tägliche Miteinander mit Leonie?
Tobias Wandler: Mit Leonie ist jeder Tag ein neuer Tag. Es ist schön, den Tag mit einem kurzen Gespräch über ihre Stimmung zu beginnen, um sie bestmöglich auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten. Leonie ist sehr fürsorglich und bemerkt sofort, wenn ein Kollege fehlt. Sie erkundigt sich dann bei den Vorgesetzten, ob alles in Ordnung ist. Besonders schön ist es, wenn sie uns von ihren privaten Erlebnissen oder Bus- und Urlaubsreisen erzählt, wie zum Beispiel von der Insel Mainau – da haben wir glaube ich über 1000 Fotos gezeigt bekommen. Und was auch noch schön ist, bei Leonie gibt es keine politischen Herausforderungen oder irgendwo Krieg und man kann im gemeinsamen Arbeiten mit ihr richtig „los lassen vom Alltag“.
7. Hat oder hatte die Zusammenarbeit mit Leonie Auswirkungen auf das Knauf PFT Team?
Florian Haaf: Definitiv. Auf dem Papier ist Leonie im Rahmen eines sog. Außenarbeitsplatzes über die Mainfränkischen Werkstätten beschäftigt – sie zählt aber als vollwertiges Teammitglied der Knauf PFT. Das ist ein deutlicher Mehrwert für die Kollegen und erleichtert durch ihre Vorarbeit den Arbeitsablauf. Und was auch ganz wichtig ist: Neben Leonie kann man so gut wie keine Fehler machen, da sie ein Auge auf ihre Tätigkeit und das andere Auge auf die Tätigkeit des Kollegen richtet.
8. Wie empfindet ihr die Zusammenarbeit mit dem Team der Mainfränkischen Werkstätten bzw. INklusiv!?
Tobias Wandler: Seit 2016 arbeiten wir nun schon zusammen und es ist wirklich ein sehr gutes Miteinander. Es klappt einfach sehr gut und wenn etwas ist, sind unsere Ansprechpartner immer erreichbar und bieten eine zuverlässige Betreuung. Private Themen werden in der Regel mit Angelina Stevens, unserer zuständigen INklusiv!-Begleitung geklärt und wir dürfen uns auf die beruflichen Themen konzentrieren. Im Jahresmitarbeitendengespräch können wir auch noch gemeinsam über künftige Ziele sprechen, was wir auch wirklich wertvoll finden. Es gibt kaum Verbesserungspotential.
Alle Beteiligten wünschen sich weiterhin eine gute Zusammenarbeit und freuen sich auf weitere gemeinsame Herausforderungen. Dickes Danke an Knauf PFT, dass Leonie über 9 Jahre mit einem so tollen Team kontinuierlich wachsen durfte :)
Infokasten:
„INklusiv! Gemeinsam arbeiten“ ist seit 2015 ein Fachbereich der Mainfränkischen Werkstätten. Ziel ist die Unterstützung erwachsener Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg in die Arbeitswelt. Ausgehend vom Willen der Betroffenen, werden wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen, die zu ihren Talenten passen. Sie haben Interesse? Melden Sie sich gerne unter info@arbeiten-inklusiv.de